Artwork by Leo Koppelkamm CC BY-SA 3.0

Tipps zum Europäischen Datenschutztag

Wie schütze ich meine Privatsphäre im Internet?

Erstellt am 28.01.2015

  • Gute Passwörter sind zufällige Kombinationen aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, die mindestens zwölf Zeichen lang sind und nicht den eigenen Namen, den des Haustieres oder der besten Freunde enthalten. Passwörter sollten nie weitergegeben und regelmäßig geändert werden. Für verschiedene Konten nicht das gleiche oder ein ähnliches Passwort nutzen. Passwort-Manager wie das quelloffene und frei erhältliche KeePass speichern alle Passwörter in einer verschlüsselten Datenbank.

 

 

  • Privates E-Mail-Postfach: Europäische Anbieter wie posteo.de oder mailbox.org bieten werbefreie Postfächer an. Inhalte von E-Mails werden nicht zu Werbezwecken analysiert.

 

 

 

 

  • Instant-Messaging: Für Instant-Messaging empfehlen sich freie dezentrale Dienste wie Jabber (XMPP), die sowohl auf dem PC als auf dem Smartphone verfügbar sind, am besten mit dem OTR-Standard verschlüsselt. Für Android gibt es die Jabber-App Chatsecure. SMS können z.B. mit Textsecure verschlüsselt werden. Weitere Alternativen sind Surespot oder das kostenpflichtige Threema.

 

  • IP-Adresse verschleiern: Mit Hilfe der freien Software Tor (The Onion Router) können IP-Adressen verschleiert werden, so dass Online-Dienste nicht wissen, wer von wo auf sie zugreift. Achtung: Tor verschleiert nur die Herkunft, nicht die Inhalte der Daten, es braucht also zusätzlich per HTTPS verschlüsselte Kommunikation, wenn z.B. Logindaten eingegeben werden.

 

 

  • HTTPS nutzen: HTTPS ist die verschlüsselte Variante des Internetprotokolls HTTP. Die Erweiterung HTTPS-Everywhere, für Firefox und Chrome sorgt dafür, dass Webseiten wenn möglich mit einer HTTPS-Verbindung angesurft werden.

 

 

  • Anonymes Surfen für Fortgeschrittene: Tails („The Amnesic Incognito Live System“) ist ein Betriebssystem, um sich möglichst anonym im Internet bewegen zu können. Tails kann von einem USB-Stick, einer DVD oder einer SD-Karte von einem beliebigen Rechner unabhängig vom Betriebssystem gestartet werden. Daten werden nur im Arbeitsspeicher des Rechners abgelegt, der nach dem Herunterfahren des Geräts gelöscht wird, nicht auf der Festplatte. Auf https://tails.boum.org finden sich Hinweise zur Nutzung und die aktuelle Version zum Herunterladen.

 

 

  • Filehosting: Dropbox ist ein populärer Cloud-Anbieter. Allerdings ist der Dienst in puncto Datenschutz fragwürdig: Bereitwillig werden unverschlüsselte Daten an die US-Regierung weitergegeben. Alternativen sind z.B. das in Hamburg entwickelte Teamdrive oder die Dienste Pulse, Wuala und SpiderOak. Ambitionierte können mit dem Open-Source-Projekt ownCloud auch eine eigene Cloud einrichten.

 

 

  • Suchmaschinen: Es gibt mehr als Google. Viele andere Suchmaschinen gehen mit personenbezogenen Daten vorsichtiger um: ixquick, DuckDuckGo, oder YaCy.

 

 

  • Nutzungsbedingungen: Die ehrenamtlich betriebene Plattform Terms of Service; Didn´t Read analysiert das Kleingedruckte. AGB's werden auf griffige Hinweise heruntergebrochen. Anhand farbiger Icons ist sofort erkennbar, welche Nachteile ein Dienst hat. Auch hierfür gibt es ein Firefox Add on. Die Sensibilisierungskampagne biggestlie.com klärt auf, warum kurze und verständliche Nutzungsbedingungen so wichtig sind.

 

 

  • Browsercookies: Cookies bieten Komfort, verraten aber auch viel über das eigene Surfverhalten. Ganz auf Cookies zu verzichten schränkt ein, denn viele Angebote können nur genutzt werden, wenn Cookies zugelassen werden. Mit der Browsererweiterung Self-Destructing Cookies (Firefox) werden Cookies automatisch gelöscht, nachdem eine Webseite verlassen wurde.

  

Weiterführende Links:

https://securityinabox.org

https://myshadow.org

https://digitalcourage.de/adventskalender

 

 

Kommentare

noname schreibt am 29-01-15 10:35:

SEHR GUT!

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