Anti-Fracking-Tour nach Rotenburg (Wümme)

Erstellt am 26.08.2013

Bundesweiter Anti-Fracking-Tag am Samstag, 31. August

PRESSEMITTEILUNG – Hamburg/Brüssel, 26. August 2013

Knapp 30 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und Interessierte aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben am Samstag (24. August) eine Erkundungstour nach Rotenburg (Wümme) unternommen. Sie haben sich vor Ort und aus erster Hand über die Auswirkungen von Fracking in Wittorf und Völkersen informiert. An der Fahrt haben u.a. folgende Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen teilgenommen:

- Jan Philipp Albrecht (Mitglied des Europäischen Parlaments),
- Manuel Sarrazin (Mitglied des Deutschen Bundestags),
- Jens Kerstan (Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft),
- Martina Lammers (Direktkandidatin für den Landkreis Harburg).

Die Eindrücke dieser Tour haben die Abgeordneten in ihrer politischen Positionierung gegen Gas-Fracking bestärkt. Sie werden sich dafür einsetzen, dass Gas-Fracking verhindert wird. Sie wollen das Bergrecht zu Gunsten von mehr Kontrolle ändern. Dies beinhaltet u.a. Umweltverträglichkeitsprüfungen, Beteiligung der Gemeinden, Änderung der Beweislastumkehr im Schadensfall und die Behandlung des Lagerstättenwassers nach dem Abfallentsorgungsgesetz.

Dazu Jan Philipp Albrecht, Mitglied des Europäischen Parlaments: „Schäden für Mensch und Natur können nicht ausgeschlossen werden. Außerdem verstößt das geltende Bergrecht gegen EU-Richtlinien, da es keine Umweltverträglichkeitsprüfungen vorsieht. Das muss dringend geändert werden.“

Der Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin: „Die Fahrt nach Völkersen und Wittorf hat eindrücklich vor Augen geführt: Gas-Fracking bedroht Trinkwasser, Kulturlandschaft, aber auch die Gesundheit der Menschen vor Ort. Unsere Position haben wir auch im Wahlprogramm klar festgelegt. „Die Förderung von unkonventionellem Erdgas insbesondere mittels giftiger Chemiekalien („Fracking“) lehnen wir wegen der unabsehbaren Gefahren für Gesundheit und Umwelt ab. Sie behindern zudem Klimaschutz und Energiewende. Giftige Lagerstättenwasser dürfen nicht weiter verpresst werden. Diese Technologie nach Bergedorf, Harburg und Wilhelmsburg zu holen, ist absurd. Die Zustimmung der Hamburger SPD zu den Gas-Fracking-Plänen  und das Verhalten von Schwarz-Gelb im Bund zeigt, wie wichtig starke Grüne sind, um Gas-Fracking zu verhindern. Umweltminister Altmaier und Bürgermeister Scholz müssen endlich einsehen: Hamburgs Zukunft liegt wirklich nicht im Bergbau.“

Der Grüne Fraktionschef in der Hamburgischen Bürgerschaft, Jens Kerstan: „Es ist unverantwortlich, dass der Hamburger Senat auf einer so dicht besiedelten Fläche wie Hamburg eine Aufsuchungserlaubnis für Fracking erteilt hat. In Hamburg darf niemals gefrackt werden! Die Vier- und Marschlande sind Hamburgs größtes Wasserschutzgebiet mit zudem vielen sensiblen Naturschutzonen.“

Die Direktkandidatin für den Landkreis Harburg, Martina Lammers, meint: „Im Landkreis Harburg sind bereits Aufsuchungserlaubnisse vom Landesbergamt erteilt worden. Es wurden dabei weder die Schäden für die Region erwogen – die Heide ist schließlich ein ähnlich großes Trinkwasserreservoir wie die Rotenburger Rinne –, noch die Gemeinden beteiligt. Die Menschen in Völkersen und Wittorf haben eindringlich über die Auswirkungen des Frackings und die Risiken durch die Verklappung des Lagerstättenwassers berichtet. Ich bin empört. So kann man im 21. Jahrhundert nicht mehr mit Menschen umgehen!“

Den ersten Stopp machten die Besucher beim Wasserbeschaffungsverband Rotenburg. Völkersen und Wittorf waren weitere Stationen der Informationsfahrt. Dort berichteten verschiedene Vertreter von Bürgerinitiativen und Gemeinden über die Auswirkungen der Gasgewinnung. So werden sie nicht über die Zusammensetzung des Lagerstättenwassers informiert, das bei der Gasgewinnung in großen Mengen entsteht und Stoffe beinhaltet, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Die Betroffenen bleiben im Unklaren über die gesundheitlichen Risiken. Auch die Auswirkungen des Erdbebens von 2012 und die mangelnde Bereitschaft, Verantwortung für Schäden bei Unfällen und Leckagen zu übernehmen, wurden erörtert.

Terminhinweis:
Bundesweiter Anti-Fracking-Tag
Samstag, 31. August 2013, 13 Uhr
Aktionen auf dem Hachmannplatz vor dem Hamburger Hauptbahnhof

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