Neue EU-Förderperiode

Erstellt am 06.05.2012

Mit einem Workshop im Heimathaus Rotenburg haben die Grünen am Freitag über die 2014 startende EU-Förderperiode informiert. Michael Stognienko, Projektmanager und Koordinator von EU-Projekten in der Heinrich-Böll-Stiftung, gab Kommunalpolitikern, Mitgliedern von Verbänden, Unternehmern und Interessierten einen Einstieg in das Thema. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie Kommunalpolitiker Fördermittel akquirieren können.

„Es geht jetzt darum, die Rahmenbedingungen mitzugestalten“, erklärt Stognienko. Die Erfahrung zeige, dass Projekte, für die schnell ein Kooperationspartner gefunden werde, bessere Chancen hätten, auch umgesetzt zu werden. Wichtig sei es, dass Investitionsmöglichkeiten auch abgefragt werden. Die Auswertungen aus der vergangenen Förderperiode hätten gezeigt, dass einige Mittel gar nicht ausgegeben worden seien. Dies liege zum einen am fehlenden Wissen der Akteure vor Ort, zum anderen an der falschen Rahmenplanung. Hier müsse die Liste von möglichen Förderprojekten noch besser an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. Laut dem Grünen Europaabgeordneten Jan Philipp Albrecht könne der Bund Einfluss auf die EU-Rahmenbedingungen nehmen. Auf der nächsten politischen Ebene müsse das Land Niedersachsen in einem Rahmenplan darlegen, wofür Gelder ausgegeben werden sollen. Dabei sei es wichtig, dass die lokalen Akteure frühzeitig Ideen einbringen, damit sie in die Liste der förderfähigen Projekte aufgenommen würden. Ziel der Grünen sei es, betonen Albrecht, MdB Sven Christian Kindler und MdL Elke Twesten unisono, angesichts knapper werdender Fördergelder effizienter zu planen. „Wir wollen in der Landwirtschaft auf Klasse statt Masse setzen. Also eine regionale bäuerliche Landwirtschaft fördern, die qualitätsorientiert ist“, sagt Kindler. Zudem sind aus Sicht der Grünen Tierschutz und Biodiversität fördernswert. „Wir haben im Heidekreis zum Beispiel eine starke Imkerlobby. Hier könnte durch EU-Gelder die Errichtung von Bienenweiden gefördert werden“, erklärt Twesten. Neben ökologischen Aspekten stehen laut Kindler auch soziale Projekte im Zentrum des Grünen Förderinteresses. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Umweltschutz gehen aus der Sicht des Bundestagsabgeordneten Hand in Hand. „Durch Förderung von Ressourceneffektivität entstehen forschungs- und innovationsintensive Wirtschaftsbereiche, in denen gerade junge Menschen einen Arbeitsplatz finden können“, sagt Kindler.

Für Twesten stellt sich die Frage, wie angesichts der demografischen Entwicklung dem drohenden Fachkräftemangel entgegengewirkt werden könne. „Aus unserer Sicht sind Projekte zu fördern, die sich darum bemühen, Frauen verstärkt in Wirtschaftskreisläufe einzubinden“, sagt Twesten. Dabei gehe es darum, dass Frauen nicht nur die klassischen Berufsbilder bedienen. Zudem müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter gefördert werden. Das Projekt der Kompetenzzentren Frauen und Wirtschaft laufe 2013 aus. Es müsse ein neues Konzept erarbeitet werden, das von den Ideen vor Ort lebe. „Hier sind die lokalen Gleichstellungsbeauftragten gefragt“, betont Twesten.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
*
*

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

*