,

Countdown zur EU-Datenschutzreform

„Datenschutz? Ich hab‘ nichts zu verbergen“ – Doch! Niemand möchte automatisiert diskriminiert werden, etwa weil er/sie mit einem Apple-Computer auf Portale wie booking.com zugreift und dort automatisch einen höheren Preis für Hotelzimmer angezeigt bekommt, als jemand, der das gleiche mit einem Dell-Rechner tut. Niemand möchte seine Kreditwürdigkeit anhand von intransparenten, automatisierten Entscheidungen herabgewürdigt wissen, etwa weil er/sie die falschen Facebook-Freunde hat. Und niemand möchte die Mitteilung seiner/ihrer Krankenkasse bekommen, dass der Versicherungsbeitrag gestiegen ist, etwa weil in letzter Zeit oft nach Symptomen und behandlungsmöglichkeiten einer Depression gegoogelt wurde.

„We don’t need you to type at all. We know where you are. We know where you’ve been. We can more or less know what you’re thinking about.“
ehemaliger Google CEO Eric Schmidt

Diese Liste könnte ewig so weitergeführt werden. Sie verdeutlicht, dass ein zentraler Gesichtspunkt von Datenschutz die Kontrolle über die eigenen Daten ist. Wer weiß was von mir, und was wird mit diesen Informationen angefangen? Es geht beim Datenschutz also eigentlich gar nicht um den Schutz von Daten, sondern um den Schutz von Menschen.
Umso besser ist es, dass in 4 Monaten das Datenschutzrecht europaweit massiv gestärkt wird: Mit Ablauf des 24. Mai 2018 findet die neue Datenschutzgrundverordnung Anwendung, die das Datenschutzniveau in allen 28 Mitgliedsstaaten der EU auf ein einheitlich hohes Level bringen wird.
Was steckt also hinter der Datenschutzgrundverordnung, die Jan Philipp Albrecht federführend für das Europäische Parlament verhandelt hat? Welche Verbesserungen bringt sie mit sich? In den kommenden Wochen haben wir die wichtigsten 10 Punkte für euch aufbereitet und werden euch wöchentlich einen Punkt vorstellen. Dazwischen gibt es immer mal wieder auch andere Informationen, etwa zu anderen Gesetzgebungsverfahren im Datenschutzbereich, zu Events und Veranstaltungen, und vieles mehr. Hier gibt es bereits die ganzen zehn Punkte und noch viel mehr Informationen.
Diese Woche geht es um unsere  Rechte gegenüber den Datenverarbeitern. Was hat es mit dem „Recht auf Vergessenwerden“ auf sich? Wollten wir nicht alle schon einmal Informationen oder Bilder über uns wieder aus dem Internet löschen? Über welche meiner Daten bekomme ich wie Auskunft? Und kann ich meine Daten auch umziehen, wenn ich den Anbieter wechsele? Hier sind die Antworten.
Am 25. und 26. Mai feiern wir dann in Berlin den AUFBRUCH_ in die Digitalisierung und wollen mit euch diskutieren, welche Herausforderungen jenseits des Datenschutzes noch anstehen. Hier gibt es die ersten Informationen dazu.

Mehr zum Thema