Jan Philipp Albrecht, MdEP

Tipps zum Europäischen Datenschutztag

Wie schütze ich meine Privatsphäre im Internet?

Erstellt am 28.01.2015

  • Gute Passwörter: Sind zufällige Kombinationen aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, die mindestens 12 Zeichen lang sind und nicht den eigenen Namen, den des Haustieres oder besten Freundes enthalten. Passwörter nie weitergeben und regelmäßig ändern. Für verschiedene Konten nicht das gleiche oder ähnliche Passwort nutzen.

 

 

 

 

 

 

  • Instant-Messaging: Mittlerweile kann auch WhatsApp Nachrichten verschlüsseln. Wer nach alternativen verschlüsselten Messengern sucht, kann freie dezentrale Dienste wie Jabber (XMPP) nutzen, die sowohl auf dem PC als auf dem Smartphone verfügbar sind, am besten mit dem OTR Standard verschlüsselt. Für Android gibt es die App Chatsecure. SMS können z.B. mit Textsecure verschlüsselt werden. Weitere Alternativen sind Threema, Surespot, Telegram oder Kontalk.

 

 

  • IP-Adresse verschleiern: Mit Hilfe der freien Software TOR (The Onion Router) können IP-Adressen verschleiert werden, so dass Online-Dienste nicht wissen, wer von wo auf sie zugreift. Achtung: TOR verschleiert nur die Herkunft, nicht die Inhalte der Daten, es braucht also zusätzlich per HTTPS verschlüsselte Kommunikation, wenn z.B. Logindaten eingegeben werden.

 

 

  • HTTPS nutzen: HTTPS ist die verschlüsselte Variante des Internetprotokolls HTTP. Die Erweiterung HTTPS-Everywhere, für Firefox und Chrome sorgt dafür, dass Webseiten wenn möglich mit einer HTTPS-Verbindung angesurft werden.

 

 

  • Anynomes Surfen für Fortgeschrittene: Tails („The Amnesic Incognito Live System“) ist ein Betriebssystem, um sich möglichst anonym im Internet bewegen zu können. Tails kann von einem USB-Stick, einer DVD oder einer SD-Karte von einem beliebigen Rechner unabhängig vom Betriebssystem gestartet werden. Daten werden nur im Arbeitsspeicher des Rechners abgelegt, der nach dem Herunterfahren des Geräts gelöscht wird, nicht auf der Festplatte. Auf https://tails.boum.org finden sich Hinweise zur Nutzung und die aktuelle Version zum Herunterladen.

 

 

  • Filehosting: Dropbox ist ein populärer Cloud-Anbieter. Allerdings ist der Dienst in puncto Datenschutz fragwürdig: bereitwillig werden unverschlüsselten NutzerInnendaten an die US-Regierung weitergegeben. Alternativen sind z.B. das in Hamburg entwickelte Teamdrive oder die Dienste Pulse und SpiderOak. Ambitionierte können mit dem Open-Source-Projekt OwnCloud auch eine eigene Cloud einrichten.

 

 

  • Suchmaschinen: Es gibt mehr als Google. Viele andere Suchmaschinen gehen mit personenbezogenen Daten vorsichtiger um: ixquick, DuckDuckGo, oder YaCy.

 

 

  • Nutzungsbedingungen: Die ehrenamtlich betriebene Plattform Terms of Service; Didn´t Read analysiert das Kleingedruckte. AGB's werden auf griffige Hinweise heruntergebrochen. Anhand farbiger Icons ist sofort erkennbar, welche Nachteile ein Dienst hat. Auch hierfür gibt es ein Firefox Add on. Die Sensibilisierungskampagne biggestlie.com klärt auf, warum kurze und verständliche Nutzungsbedingungen so wichtig sind.

 

 

  • Browsercookies: Cookies bieten Komfort, verraten aber auch viel über das eigene Surfverhalten. Ganz auf Cookies zu verzichten schränkt ein, denn viele Angebote können nur genutzt werden, wenn Cookies zugelassen werden. Mit der Browsererweiterung Self-Destructing Cookies (Firefox) werden Cookies automatisch gelöscht, nachdem eine Webseite verlassen wurde.

 

 

Weiterführende Links:

https://securityinabox.org

https://myshadow.org

https://digitalcourage.de/adventskalender

 

 

Hintertür-Forderung gefährdet Sicherheit im Netz

Leak der Vorschläge von Anti-Terror-Koordinator de Kerchove

Erstellt am 21.01.2015

PRESSEMITTEILUNG – Brüssel, 21. Januar 2015

Zur heute bekannt gewordenen Forderung des EU-Anti-Terror-Koordinators Gilles de Kerchove nach verpflichtenden Hintertüren, durch die Behörden Zugriff auf die Daten von IT-Diensten bekommen, erklärt Jan Philipp Albrecht, innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament:

"Nach David Cameron greift nun auch der EU-Anti-Terror-Koordinator de Kerchove mit der Forderung nach Hintertüren zu verschlüsselter Kommunikation in die Werkzeugkiste repressiver Regime wie China oder Bahrain. Wer IT-Dienste dazu verpflichten will, sichere Kommunikation zu knacken, der hebelt die Grundrechte auf Datenschutz und Privatsphäre sowie das Kommunikationsgeheimnis endgültig aus. Wenn der Staat den Bruch von Sicherheitsmaßnahmen verordnet, gefährdet er die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Netz, statt sie zu schützen.

Statt Angst zu schüren und alle Menschen unter Generalverdacht zu stellen, sollte de Kerchove endlich dafür sorgen, dass ein effektiver Austausch vorhandener Informationen über Gefährder und Verdächtige zwischen den Sicherheitsbehörden der EU-Länder stattfinden kann. Hier herrscht noch immer eine Kleinstaaterei auf Kosten der Sicherheit in Europa. Wer die Gefahren durch Terrorismus in den Griff bekommen will, muss außerdem der Radikalisierung auf die Spur kommen und ihr den Boden entziehen. Dazu braucht es mehr und besser ausgestattetes Personal bei Polizei und Justiz vor Ort."

Das interne Papier zur Vorbereitung des informellen Treffens der Innen- und Justizminister in Riga am 29. und 30. Januar 2015 wurde auf statewatch.org veröffentlicht: www.statewatch.org/news/2015/jan/eu-council-ct-ds-1035-15.pdf

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