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Termine, Justiz und Strafrecht

„Schaffung einer Europäischen Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Kriminalität zu Lasten der finanziellen Interessen der EU“

Wann? Freitag, 6. März 2015, 11.00 – 12.30 Uhr

Wo? Europäisches Parlament - Informationsbüro in Deutschland, Unter den Linden 78, 10117 Berlin, Konferenzraum, 1. Etage

Mit den Europaabgeordneten Sylvia-Yvonne Kaufmann und Jan Philipp Albrecht

Die EU fördert Forschung, Bauprojekte, Wind- und Solarenergie sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen mit Investitionen in Milliardenhöhe.

Die Europäische Kommission schätzt jedoch, dass allein im Jahr 2011 700 Millionen Euro, die für die Förderung von EU-Projekten gedacht waren, durch Betrug und Korruption in den Mitgliedstaaten verschwunden sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, die Zahl der aufgeklärten Fälle ist gering.

Eine Europäische Staatsanwaltschaft (European Public Prosecutor‘s Office, EPPO) könnte als EU-weites Instrument mit eigener Ermittlungskompetenz die Fälle von Betrug und Korruption zu Lasten des EU-Haushaltes, die häufig auch grenzüberschreitend auftreten, wirksam aufdecken und aufklären.

Die Europäische Kommission legte dazu im Juli 2013 einen Vorschlag vor. Die Mitgliedstaaten befinden sich derzeit in Verhandlungen über einen Gesetzestext.

Das Europäische Parlament hat ein gewichtiges Wort mitzureden. Nur mit seiner Zustimmung kann die Europäische Staatsanwaltschaft geschaffen werden. Im März 2014 hat das Europäische Parlament erstmals eine gemeinsame Position beschlossen. Momentan formuliert es seine Kernforderungen in Hinblick auf die laufenden Ratsverhandlungen erneut in einem zweiten Zwischenbericht.

Berichterstatterin für das Europäische Parlament ist die rumänische Europaabgeordnete Monica Macovei (EVP).

Was sind die zentralen Punkte für das Europäische Parlament bei der Schaffung einer Europäischen Staatsanwaltschaft? Wie werden EU-weite hohe Standards für die Rechte von Verdächtigen und Beschuldigten gewährleistet? Wie wird sichergestellt, dass die Europäische Staatsanwaltschaft unabhängig und effizient arbeiten kann?

Diese und andere Fragen diskutieren die Europaabgeordneten Sylvia-Yvonne Kaufmann (SPD) und Jan Philipp Albrecht (Bündnis 90/Die Grünen). Beide sind Schattenberichterstatter ihrer jeweiligen Fraktionen und werden den aktuellen Stand der Verhandlungen in Berlin vorstellen.

Um Anmeldung wird gebeten bis Mittwoch, 4. März 2015, an: veranstaltungen-berlin@ep.europa.eu

Jan Philipp Albrecht auf Facebook

Profile
JanAlbrecht Jan Philipp Albrecht

RT @annakatrein: #BfDI Voßhoff besorgt über Verhandlungen zu Datenschutzverordnung. @JanAlbrecht : Regierungen riskieren Scheitern. _

05. Mar 2015 Antwort Retweeten Favorit
Transparenz

Treffen mit InteressenvertreterInnen

Transparenz

Die folgende Liste dokumentiert die Treffen mit InteressenvertreterInnen, mit denen Jan Philipp Albrecht und sein Team im Rahmen der parlamentarischen Arbeit seit den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2014 Kontakt hatten. Aufgeführt sind einzelne Treffen und Veranstaltungen Dritter. Nicht aufgeführt sind Treffen mit Beteiligten aus anderen Europäischen Institutionen wie z.B. dem Ministerrat oder Treffen mit JournalistInnen.

Eine weitere Auflistung der Treffen und Veranstaltungen während Erstellung des Berichts zur Datenschutzgrundverordnung und der Zeit bis Mai 2013 gibt es hier.

Licht auf das Thema Lobbyismus und EU-Gesetzgebung wirft die Plattform Lobbycloud.

 

Februar 2015

6.2. 2015 Ralf spricht bei European Voice Konferenz zu Data protection und Transatlantic Trade, Brüssel

5.2.2015 Ralf trifft Public Citizen wg TiSA / TTIP und Data Flows, Brüssel

3.2.2015 Jan spricht mit ENIS, Brüssel

3.2.2015 Jan spricht beim International Childhood Cancer Awareness Day 2015 ‘Balancing Personal Data Protection and Research Progress: The Case of Childhood Cancer, Brüssel

 

Januar 2015

27.1.2015 Jan Pressefrühstück mit Fabasoft, Berlin

26.1.2015 Jan trifft Juraprofessorin Uni Frankfurt, Frankfurt

26.1.2015 Jan Redner bei "Das Google-Urteil. Rettung oder Fluch für Online-Archive" im Presserechtsforum, Frankfurt

22.1.2015 Jan Redner bei "The Data Protection Reform: Have we found the right balance between fundamental rights and economic interests?", CPDP, Brüssel

20.1.2015 Jan diskutiert bei "Can the next EU regulation guarantee data protection for all?" viEUws, Brüssel

20.1.2015 Jan Redner beim "ABC4Trust Summit Event" in der Hessischen Landesvertretung, Brüssel

20.1.2015 Jan Redner bei "Trust, data and national sovereignty: solutions for a connected world", CEPS, Brüssel

8.1.2015 Ralf trifft Vertrerin der CNIL (nationale Datenschutzbehörde Frankreich), Brüssel

 

Dezember 2014

10.12.2014, Ralf trifft Third World Network, Brüssel

10.12.2014 Privacy Bridges project meeting, Brüssel

9.12.2014 Jan Redner beim 5th Annual Data Protection and Privacy Conference, Brüssel

5.12.2014 Ralf trifft SafeGov.org, Brüssel

4.12.2014, Jan trifft Europäische Wissenschaftsorganisationen, Brüssel

3.12.2014 Jan Redner beim Future-Internet-Kongress, Frankfurt

 

November 2014

26.11.2014 Ralf vertritt Jan bei: BIG DATA - Allmacht der Algorithmen? Ende der Grundrechte? Gefahr für die Demokratie?, Heidelberg

25.11.2014 Ralf trifft Toy Industries of Europe, Brüssel

24.11.2014 Jan, Datenschutzbeirat Telekom, Berlin

20.11.2014 Ralf trifft  Apple Global Head of Privacy, Brüssel

20.11.2014 Jan trifft Rechtsausschuss Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Brüssel

20.11.2014 Ralf auf Panel One in a Billion—Max Schrems v. Facebook, IAPP Data Protection Congress, Brüssel

20.11.2014 Jan erhält Preis der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V., Köln

19.11.2014 Zora trifft Nominet UK, Brüssel

18.11.2014 Ralf trifft Access Now, Brüssel

12.11.2014 Jan auf bei Paneldiskussion "EU Internet Bill of Rights" Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, Brüssel

12.11.2014 Jan trifft  Sony, Brüssel

11.11.2014 Jan und Pia Mittagessen mit European Criminal Bar Association, Brüssel

5.11.2014 Jan als Redner bei "3 Years EU Data Protection Reform: Status and Perspectives", Diskussion auf Einladung von Andrea Vo?hoff, die Bundesbeauftragte fur den Datenschutz und die Informationsfreiheit, und Peter Hustinx, der Europaische Datenschutzbeauftragte, Brüssel

4.11.2014 Jan als Redner beim Workshop „Verbraucherpolitik: Wirtschaftspolitik von der Nachfrageseite“ Grundlagenworkshop zu Verbraucherpolitik: Digitaler Binnenmarkt, optionales Recht, TTIP , vzbv, Brüssel

3.11.2014 Jan trifft FEPS Scientific Council (Fondation d’Etudes Européennes Progressistes), Brüssel

 

Oktober 2014

17.10.2014 Pia trifft BRAK (Bundesrechtsanwaltskammer), Brüssel

17.10.2014 Ralf bei Grüner Akademie, Vortrag Freiheit im digitalen Zeitalter, Berlin

15.10.2014 Jan Mittagessen mit Präsidentin der CNIL, Mauritius

15.10.2014 Jan auf Panel zu Surveillance versus Dataveillance, Mauritius

14.10.2014 Zora trifft AFCAR Alliance for the Freedom of Car Repair, Brüssel

13.10.2014 Zora trifft Robert Bosch GmbH, Brüssel

10.10.2014 Jan als Redner beim "Technology-Panel" (Panel 2) bei der Tagung "Internet Governance" des HIIG, Berlin

9.10.2014 Ralf trifft EDRI, Brüssel

7.10.2014 Jan trifft Twitter International Company, Brüssel

1.10.2014 Ralf trifft Privacy Bridges Project, Brüssel

 

September 2014

30.09.2014 Jan trifft Noëlle Lenoir (EDPS-Kandidatin), Brüssel

30.09.2014 Jan trifft Center for Democracy & Technology, Brüssel

29.9.2014 Jan trifft Gruppe der Digitalcourage e.V., Brüssel

25.9.2014 Jan und Zora Mittagessen mit Vice President FSFE, Brüssel

24.9.2014 Jan Redner bei  Lunchdebate zu Breitbandausbau in BAWÜ, Brüssel

23.9.2014 Jan: Buchvorstellung und Diskussion "Finger weg!", Cloud-Anbieter Fabasoft, Wien

22.9.2014 Ralf trifft Privacy International und BEUC

17.9.2014 Jan trifft Google, Straßburg

15.9.2014 Jan: Datenschutzbeirat Deutsche Telekom, Darmstadt

11.09.2014 Ralf bei Lunchdebate „Datenschutzgrundverordnung - Was ist nötig, um die Datenschutzreform zum Erfolg zu führen? Handlungserfordernisse aus Sicht von Politik, Wissenschaft und Praxis“, Brüssel

10.09.2014  Jan Redner bei ver.di-Konferenz "Arbeitswelt, Selbstbestimmung und Demokratie im digitalen Zeitalter!", Berlin

3.9.2014 Ralf trifft Congressional Fellows, Brüssel

3.9.2014 Jan Redner beim Sommerfest der BMW Group Repräsentanz, Brüssel

3.9.2014 Ralf trifft World Wide Web Consortium

 

August 2014

Parlamentarische Sommerpause

Juli 2014

23.7. 2014 Zora trifft VZBV

 

Juni 2014

25.6.2014 Jan trifft  Juraprofessor University of California, Berkeley, Brüssel

25.6.2014 Jan trifft, International Association of Privacy Professionals (IAPP), Brüssel

23.6. 2014 Jan: Lunch mit Vertretern Datenschutzbeirat Telekom, Berlin

12.6.2014 Jan bei EuroDIG: Plenary Panel "The Internet is broken - Bringing back trust in the Internet", Berlin

10.6.2014 Jan trifft Google, Brüssel

 

 

 

 

Europäisches ParlamentDatenschutz- & NetzpolitikPolizei & Innenpolitik

Mehr Überwachung: Resolution des Europäischen Parlaments zu Anti-Terror-Maßnahmen

Europäisches Parlament, Datenschutz- & Netzpolitik, Polizei & Innenpolitik

Das Europäische Parlament hat am 11. Februar 2015 eine Resolution zur künftigen Antiterrorstrategie der Europäischen Union verabschiedet. Hintergrund war der direkt folgende EU-Gipfel, bei dem sich die Staats- und RegierungschefInnen der Mitgliedsstaaten unter anderem über das weitere Vorgehen in Sicherheitsfragen ausgetauscht haben.

Eine große Koalition aus Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen im Europäischen Parlament propagiert leider rein symbolische Schnellschüsse ohne Anspruch auf Effektivität. Anstatt die Ursachen von Terrorismus zu bekämpfen, werden eine Rundumüberwachung durch Instrumente wie Passenger Name Record (PNR) und Terrorist Finance Tracking Programme (TFTP) gefordert und bei dieser Gelegenheit den BürgerInnen grundrechtswidrige Maßnahmen untergejubelt.

Besonders deutlich wird die Einstellung der Großen Koalition zu PNR in Änderungsantrag 4. Damit wurde für die Grünen eine rote Linie überschritten. Ohne diesen Änderungsantrag hätten wir die gemeinsame Resolution mittragen können.

Was bringen die bisherigen Anti-Terror-Maßnahmen? Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die EU-Staaten 239 Antiterror-Maßnahmen beschlossen: 26 Aktionspläne und Strategiepapiere, 25 Verordnungen, 15 Richtlinien, 11 Rahmenbeschlüsse, 25 Entscheidungen, 1 Joint Actions, 3 Gemeinsame Standpunkte, 4 Beschlüsse, 111 Schlussfolgerungen des Rates und 8 internationale Abkommen. Eine Evaluierung dieser Maßnahmen blieb größtenteils aus!

Redebeiträge hier

Pressemitteilung

Die alternative Grüne Resolution

PressemitteilungenPolizei & Innenpolitik

Treffen der EU-Innen- und Justizminister

Licht und Schatten bei Anti-Terror-Maßnahmen

Pressemitteilungen, Polizei & Innenpolitik

PRESSEMITTEILUNG – Riga, 30. Januar 2015

Zum Treffen der Innen- und Justizminister der EU gestern und heute in Riga erklärt Jan Philipp Albrecht, stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses und innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament:

„Ich begrüße es, dass die Innen- und Justizminister die Kooperation der Polizei- und Sicherheitsbehörden und den Austausch von Informationen in der Europäischen Union verbessern wollen. Der bessere Austausch von Informationen unter den EU-Mitgliedstaaten ist zentral für die Ermittlungsarbeit. Das gilt auch für ein gemeinsames Vorgehen gegen die illegale Verbreitung von Schusswaffen sowie die Terrorismus-Finanzierung. Gut ist auch, dass die Innen- und Justizminister offenbar begriffen haben: Wer Terrorismus bekämpfen will, muss an den Ursachen der Radikalisierung arbeiten. Es muss mehr Geld und Personal investiert werden, um zu verhindern, dass in den Gefängnissen vor allem junge Kriminelle zu gewaltbereiten Islamisten werden. Die Forderung von EU-Anti-Terror-Koordinator Gilles de Kerchove, durch die Hintertür verschlüsselte Kommunikation zu umgehen, scheint vorerst vom Tisch. Es wäre absurd, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger durch solche Maßnahmen zu untergraben.

Bedauerlicher Weise halten die EU-Innenminister an der grundrechtswidrigen und unverhältnismäßigen Überwachung von Passagieren bei Flügen in die EU und aus der EU noch immer fest. Sie müssen endlich die Grenzen, die der Europäische Gerichtshof gesetzt hat, sowie die Bedenken zahlreicher Europaabgeordneter ernst nehmen. Für anlassbezogene und zielgerichtete Arbeit von Polizei und Sicherheitsbehörden dürfen und müssen wir nicht Millionen von Menschen überwachen, weder beim Fliegen, noch beim Surfen im Internet oder am Telefon. Die Europäische Kommission ist nun aufgefordert, bis Mitte April Vorschläge für eine Europäische Sicherheitsstrategie vorzulegen. Bis dahin sollte der unsinnige Vorschlag der Überwachung von Fluggästen ein für alle Mal vom Tisch sein."

Datenschutz- & Netzpolitik

Infos zu den Facebook-Änderungen

Datenschutz- & Netzpolitik

Auch nach der für den 30. Januar geplanten Änderung seiner Nutzungsbedingungen setzt sich Facebook über die Rechte europäischer Bürger hinweg. Die wichtigsten Aspekte:

Mit der Änderung führt der US-Anbieter die Datenbestände des sozialen Netzwerkes mit denen seiner anderen Dienste wie WhatsApp und Instagram zusammen. Damit verbreitert Facebook die Infrastruktur, die Daten erfasst. Dieser Schritt liefert dem Unternehmen genauere Profile seiner NutzerInnen, die es für die Vermarktung persönlicher Werbung nutzen wird.

Die neuen Bestimmungen sehen zudem vor, dass Facebook Standortdaten von Tablets und Smartphones für Marketingzwecke verarbeitet. Selbst mit standortbasierter Werbung für Restaurants, Geschäfte oder Gesundheitsdienstleister müssen Bürger jetzt rechnen.

Wer die Dienste dennoch weiter nutzen will, hat keine Wahlmöglichkeit und wird von Facebook dazu gezwungen, den neuen Regeln zuzustimmen. Mit dem Zwang verstößt Facebook klar gegen europäisches AGB- und Datenschutzrecht. Dies lässt eine solch einseitige Vertragsänderung nicht zu und fordert eine freiwillige und informierte Einwilligung in die Datenverarbeitung.

Das einseitige Vorgehen des quasi-Monopolisten zeigt erneut, wie wichtig ein starkes und einheitliches europäisches Verbraucher- und Datenschutzrecht ist.

Stellungnahme von Jan Philipp Albrecht

Weitere Informationen gibt es unter anderem hier:

Grün Digital: Datenschutz bei Facebook – GroKo lässt Nutzerinnen und Nutzer weiter allein

Heise: Selbstkontrolle: Wie Sie Ihre Facebook-Daten schützen

Zu Klagen gegen Facebook in Europa siehe: Europe vs Facebook

 

 

Anti-Terror-Maßnahmen: Symbolische Schnellschüsse

Pressemitteilungen, Polizei & Innenpolitik

PRESSEMITTEILUNG – Straßburg, 11. Februar 2015

Das EU-Parlament hat an diesem Mittwoch eine Resolution zu den geplanten Antiterrormaßnahmen verabschiedet – einen Tag vor dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Dazu erklärt Jan Philipp Albrecht, stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses und innen- und justizpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament:

„Die Große Koalition aus Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen im Europäischen Parlament propagiert rein symbolische Schnellschüsse ohne Anspruch auf Effektivität. Die Befürworter der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung und der Überwachung aller Fluggäste wollen die Gelegenheit nutzen, um den Bürgerinnen und Bürgern ihre grundrechtswidrigen Maßnahmen unterzujubeln. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die EU-Staaten 239 Antiterror-Maßnahmen beschlossen, bis heute wurde keine einzige ausgewertet. Auch die Schwachstellen der Ermittlungsarbeit vor den jüngsten Anschlägen sind nicht aufgearbeitet.

Die Europafraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und AfD fordern in ihrer Resolution die anlasslose Rundumüberwachung und setzen die gefährliche Streichungspolitik bei Polizei und Justiz fort. Statt wie von der Europäischen Kommission veranschlagt 500 Millionen Euro in grundrechtswidrige und anlasslose Flugpassagierüberwachung zu investieren, sollten sie das Geld in die Ermittlungsarbeit vor Ort und die Kooperation der Polizei- und Sicherheitsbehörden zwischen den EU-Mitgliedstaaten stecken, vor allem in gemeinsame Ermittlungsteams unter dem Dach von Europol und Eurojust.

Sinnvoll wäre auch ein gemeinsames Vorgehen gegen die illegale Verbreitung von Schusswaffen und die Terrorismus-Finanzierung. Wir brauchen mehr Geld und Personal für die Sozialarbeit in- und außerhalb der Gefängnisse, um vor allem junge Kriminelle davon abzuhalten, zu gewaltbereiten Islamisten zu werden. Zudem muss es auch endlich verbindliche hohe Standards für den Datenschutz bei Polizei- und Justizbehörden geben. Dennoch blockiert der Ministerrat unter aktiver Beteiligung der Bundesregierung die geplante Datenschutzrichtlinie für die Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden, die das Parlament bereits im März 2014 beschlossen hatte.

Die Staats- und Regierungschefs sollten sich bei ihrem informellen Treffen morgen (Donnerstag, 12. Februar) endlich mit diesen Maßnahmen beschäftigen und ihr Drängen auf offensichtlich grundrechtswidrige Überwachungsmaßnehmen beenden." 

EU-Innen- und Justizministerrat in Riga:

Vorschlag der Bundesregierung könnte für erneute Verzögerung der EU-Datenschutzreform sorgen

Pressemitteilungen

PRESSEMITTEILUNG – Riga, 30. Januar 2015

Zum Austausch der Innen- und Justizminister der EU über den Anwendungsbereich der EU-Datenschutzverordnung erklärt Jan Philipp Albrecht, Berichterstatter des Europäischen Parlaments zum Gesetzesvorhaben:

„Mit ihrem Vorschlag, eine ganze Reihe von alltäglichen Datenverarbeitungssituationen aus der EU-Datenschutzverordnung auszuklammern, gefährdet die Bundesregierung eine baldige Einigung bei der EU-Datenschutzreform. Von Beginn an hatten Europäisches Parlament und Europäische Kommission als Voraussetzung einer Reform festgelegt, dass es keinen niedrigeren Datenschutzstandard geben darf, als es in der derzeit geltenden EU-Richtlinie von 1995 festgelegt ist. Der Ministerrat droht, diese Grenze jetzt mit dem Vorschlag zu reißen, bei zahlreichen alltäglichen Behördentätigkeiten in Zukunft nur noch den deutlich niedrigeren Standard aus dem Bereich der Strafverfolgung anzuwenden. Damit setzt sich die Bundesregierung in Brüssel derzeit entgegen ihren öffentlichen Bekundungen für einen niedrigeren Datenschutz ein, als er bislang in Deutschland und der EU für die Bürgerinnen und Bürger gilt. Für das Europäische Parlament und die Europäische Kommission ist dieser Kurs vollkommen inakzeptabel.

Da die Mitgliedstaaten ohnehin dramatisch hinter dem Zeitplan für eine Verabschiedung bis Ende 2015 zurückliegen, ist nun vollkommen offen, wann und ob eine Einigung zwischen Ministerrat und Parlament überhaupt erreicht werden kann. Wenn sie das Ziel einer Verabschiedung in diesem Jahr noch erreichen wollen, müssen die Staats- und Regierungschefs nun einschreiten und für ein Einlenken im Sinne eines bereits absehbar gewesenen Kompromisses mit Kommission und Parlament sorgen. Mehrfach hatte das Parlament eine weite Flexibilität für nationale Behördenregeln im Rahmen der Datenschutzverordnung angeboten. Jeder weitere Tag einer Verzögerung des einheitlichen EU-Datenschutzrechts bedeutet enorme Kosten für die europäische IT-Wirtschaft. Die 28 unterschiedlichen Rechtsordnungen und -kulturen benachteiligen die einheimischen mittelständischen Unternehmen und wirken als Subvention für die großen Internetkonzerne des Silicon Valley auf Kosten der individuellen Datenschutzrechte von 500 Millionen Europäerinnen und Europäer. Damit muss nun endlich Schluss sein."

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